Mein Tierarzt hat mir mal einen Satz gesagt, der mich seitdem nicht mehr loslässt: „Leon, die Niere stirbt im Stillen." Zeus saß neben mir auf dem Behandlungstisch, hat mich mit seinen hellen Weimaraner-Augen angeschaut und ich hab einfach nur genickt. Aber innerlich dachte ich: Wie soll ich einem Hund beibringen, mehr zu trinken? Der macht doch was er will.
Falls Du gerade in einer ähnlichen Situation bist, also Dein Hund hat eine Nierenerkrankung und trinkt einfach zu wenig, dann lies weiter. Ich schreibe das hier nicht als Experte. Ich schreibe es als jemand, der nachts um halb zwei gegoogelt hat, ob Hühnerbrühe gut für Nieren ist.
Tipp: Lies auch Wildbrühe für Hunde.
## Was Du wirklich erlebst, wenn Dein Hund Nierenprobleme hatEin nierenkranker Hund trinkt oft weniger als er sollte. Das klingt erstmal paradox, denn viele denken, kranke Nieren bedeuten automatisch mehr Durst. Stimmt aber nicht immer. Bei chronischer Niereninsuffizienz (CNI) verlieren Hunde zwar Flüssigkeit über den Urin, aber das Durstgefühl funktioniert nicht mehr zuverlässig. Die Nieren sind nicht mehr in der Lage, Harnstoff und Giftstoffe richtig zu filtern, das Blut wird dicker, der Kreislauf lahmt, und der Hund fühlt sich schlapp und frisst oft auch weniger.
Du merkst das vielleicht so: Dein Hund geht seltener zum Napf. Oder er schnuppert kurz dran und dreht sich weg. Vielleicht schleppt er sich auch nur noch träge durch den Tag. Das Wasser steht voll da. Du stellst einen zweiten Napf auf. Dann einen dritten. Nichts hilft. Und Du fragst Dich langsam, ob Du irgendwas falsch machst.
Machst Du nicht. Aber es gibt ein paar Dinge, die die meisten Hundebesitzer in dieser Situation tun, die leider wenig bringen oder sogar kontraproduktiv sind.
## Was die meisten falsch machen ### Mehr Wassernäpfe aufstellen löst das Problem nichtDer Reflex ist verständlich. Mehr Näpfe, mehr Chancen. Aber das Problem liegt nicht daran, dass Dein Hund das Wasser nicht findet. Es liegt daran, dass Wasser für viele Hunde schlicht unattraktiv ist, besonders wenn sie sich ohnehin schlecht fühlen. Stilles Leitungswasser schmeckt nach nichts, hat keinen Anreiz.
### Nur auf Nassfutter umsteigen reicht oft nichtViele Tierärzte empfehlen Nassfutter, weil es Feuchtigkeit enthält. Das stimmt, und es ist ein richtiger Schritt. Aber Nassfutter allein bringt oft nicht die Flüssigkeitsmenge, die ein nierenkranker Hund braucht. Laut einer Studie der Universität Edinburgh aus dem Jahr 2019 benötigt ein Hund mit chronischer Niereninsuffizienz täglich rund 60 bis 80 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht, also bei einem 30-Kilo-Hund wie Zeus bis zu 2,4 Liter pro Tag. Das ist verdammt viel, wenn Du weißt, dass ein gesunder Hund normalerweise etwa 50 ml pro Kilo trinkt.
### Aromatisiertes Wasser oder Brühe aus dem SupermarktDas andere Extrem: manche greifen zu Fertigbrühen aus dem Supermarkt. Günstig, schnell, unkompliziert. Aber schau Dir mal die Zutatenliste an. Salz, Hefeextrakt, Aromen, manchmal sogar Zwiebelpulver. Für einen nierenkranken Hund ist Natrium das Letzte, was Du brauchst. Zu viel Salz belastet die ohnehin geschwächten Nieren zusätzlich und kann den Blutdruck erhöhen.
## Was wirklich hilft: Flüssigkeit schmackhaft machen ohne die Nieren zu belastenDer Schlüssel ist nicht mehr Wasser, sondern attraktivere Flüssigkeit. Dein Hund muss einen Grund haben zu trinken. Und dieser Grund muss sicher für seine Nieren sein.
### Wärme hilft mehr als Du denkstWarme Flüssigkeit duftet stärker. Und Geruch ist für Hunde der wichtigste Sinnesreiz beim Fressen und Trinken. Wenn Du ein bisschen warme Brühe über das Wasser oder das Futter gibst, steigt die Chance deutlich, dass Dein Hund anfängt zu trinken. Nicht weil Du ihn getrickst hast, sondern weil Du seinen natürlichen Instinkt ansprichst.
### Phosphorarme, natriumarme Brühe ist Gold wertHier muss ich ehrlich sein: Ich bin nicht neutral. Ich habe Nürburger gegründet, weil ich für Zeus genau das gesucht und nicht gefunden habe. Eine Wildbrühe ohne Salz, ohne Zusätze, ohne Schnickschnack. Nur Wildfleisch aus der Eifel, Wasser und ein bisschen Zeit im Topf.
Aber unabhängig davon, ob Du zu Nürburger Wildbrühe im 6er Set greifst oder eine andere Lösung findest: Achte bei jeder Brühe auf drei Dinge. Erstens kein Salz. Zweitens kein Phosphat oder phosphatreiche Zutaten wie Innereien in großen Mengen. Drittens keine Zwiebeln oder Knoblauch, die sind giftig für Hunde. Das klingt simpel, aber die meisten Brühen auf dem Markt, auch die für Hunde, erfüllen mindestens eine dieser Bedingungen nicht.
### Feuchtigkeit über mehrere Quellen verteilenMein Ansatz mit Zeus: Er bekommt seine tägliche Flüssigkeit nicht aus einer einzigen Quelle. Nassfutter als Basis, ein bisschen warme Brühe zum Aufgießen zweimal täglich, und ein frischer Wassernapf, den ich wirklich täglich reinige. Denn altes, stehendes Wasser stinkt für Hunde, auch wenn Du es nicht riechst. Das merke ich jedes Mal, wenn ich den Napf ausspüle und Zeus sofort hingeht und trinkt.
## Meine Erfahrung mit ZeusZeus wurde mit vier Jahren zum ersten Mal auf erhöhte Kreatinin-Werte untersucht. Er war symptomlos, wir haben es eher durch Zufall gefunden. Trotzdem hat mich das damals erschreckt. Weimaraner gelten nicht als besonders anfällig für Nierenprobleme, aber es gibt sie halt, die Ausnahmen.
Der Tierarzt hat uns auf phosphorarmes Futter umgestellt und gesagt, wir sollen auf die Flüssigkeitsmenge achten. Ich hab dann angefangen, mir Gedanken zu machen, wie ich Zeus dazu bringe mehr zu trinken, ohne dass ich ihm jeden Tag Wasser einflöße, was übrigens wirklich keine gute Idee ist und zu Aspirationsgefahr führen kann.
Die Kombination aus warmer Wildbrühe über das Futter und einem zweiten kleinen Trinknapf neben seinem Schlafplatz hat bei Zeus wirklich funktioniert. Ob das bei jedem Hund so ist? Weiß ich nicht. Aber ich hab es beobachtet, notiert und mit meinem Tierarzt besprochen. Die Werte haben sich stabilisiert. Zeus ist heute sieben, läuft noch immer wie ein junges Pferd durch den Eifelwald und nervt mich morgens um sechs mit seiner Wassernapf-Ungeduld.
Was ich gelernt habe: Es geht nicht um eine magische Lösung. Es geht um Konsequenz, um Beobachtung, und darum, Deinen Hund wirklich zu kennen. Was mag er? Was lehnt er ab? Wann trinkt er von selbst? Diese Fragen sind genauso wichtig wie jede Laborwert-Tabelle.
## Fazit: Klein anfangen, dranbleiben, beobachtenWenn Dein nierenkranker Hund zu wenig trinkt, bist Du nicht hilflos. Du hast mehr Möglichkeiten als nur Wassernäpfe aufzustellen und zu hoffen. Warme, salzfreie Brühe ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden, die Flüssigkeitsaufnahme zu steigern, ohne die Nieren zu belasten. Nassfutter als Grundlage, frisches Wasser täglich neu, und ein bisschen Geduld.
Tipp: Lies auch Hund trinkt zu wenig.
Sprich das Thema auch immer mit Deinem Tierarzt ab. Regelmäßige Blutkontrollen bei Nierenerkrankung sind kein Luxus, sondern Pflicht, am besten alle drei bis sechs Monate, je nach Stadium der Erkrankung.
Wenn Du neugierig bist, was wir bei Nürburger für Zeus und andere Hunde entwickelt haben: Schau gerne mal rein. Kein Druck, kein großes Versprechen. Nur echtes Wildfleisch aus der Eifel, in eine Brühe verwandelt, die Hunde lieben. Das Nürburger Wildbrühe 6er Set findest Du hier.
## FAQ: Nierenkranker Hund mehr trinken ### Was tun wenn mein nierenkranker Hund zu wenig trinkt?Wenn ein nierenkranker Hund zu wenig trinkt, hilft es, Flüssigkeit attraktiver zu machen statt nur mehr Wassernäpfe aufzustellen. Warme, salzfreie Brühe über das Futter regt die Aufnahme an. Nassfutter als Basis und täglich frisch gereinigter Wassernapf sind weitere wichtige Schritte.
### Wie viel sollte ein nierenkranker Hund täglich trinken?Ein Hund mit chronischer Niereninsuffizienz benötigt rund 60 bis 80 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Bei einem 30-Kilo-Hund sind das bis zu 2,4 Liter pro Tag.
### Ist Brühe gut für nierenkranke Hunde?Ja, aber nur wenn sie salzfrei, phosphorarm und frei von Zwiebeln und Knoblauch ist. Fertigbrühen aus dem Supermarkt sind meist ungeeignet wegen Salz und Hefeextrakt.
### Welches Futter ist das beste für einen Hund mit Niereninsuffizienz?Phosphorarmes, natrium
📚 Weiterführende Artikel
- Zeus liebt unsere Nürburger Wildbrühe – natürlich und ohne Zusatzstoffe.
- Speziell für ältere Hunde: Seniorhund Ernährung.