Getreidefreies Hundefutter

Getreidefreies Hundefutter

Vor zwei Jahren stand ich im Futtermittelgeschäft und starrte auf die Zutatenliste von Zeus' bisherigem Futter. "Getreide, Mais, Weizen..." – das waren die ersten drei Zutaten. Und ich dachte: Ist das wirklich das Richtige für einen Hund?

Seitdem füttere ich getreidefrei. Nicht, weil es Trend ist. Sondern weil ich den Unterschied bei Zeus sehe. Heute erkläre ich Dir, wann getreidefreies Futter Sinn macht – und wann nicht.

Was ist getreidefreies Hundefutter?

Getreidefreies Futter verzichtet auf Weizen, Mais, Gerste, Roggen und andere Getreidesorten. Stattdessen kommen Kartoffeln, Süßkartoffeln, Erbsen oder Linsen als Kohlenhydratquelle rein.

Der Grundgedanke: Der Wolf, Vorfahre des Hundes, frisst kein Getreide. Also braucht es der Hund auch nicht. Klingt logisch, ist aber nicht die ganze Wahrheit.

Warum ich für Zeus getreidefrei gewählt habe

Zeus hatte immer wieder Verdauungsprobleme. Blähungen, weicher Kot, manchmal Durchfall. Mein Tierarzt meinte: "Versuch mal getreidefreies Futter."

Nach zwei Wochen war der Unterschied deutlich. Kein Durchfall mehr. Festerer Kot. Weniger Blähungen. Ich war überzeugt.

Später habe ich einen Allergietest machen lassen. Ergebnis: Zeus verträgt Weizen nicht gut. Keine schwere Allergie, aber eine Unverträglichkeit. Getreidefreies Futter war also genau richtig.

Wann macht getreidefreies Futter Sinn?

Bei Getreideunverträglichkeit: Wenn Dein Hund nach dem Fressen oft Durchfall hat, sich häufig kratzt oder Hautprobleme zeigt, kann eine Unverträglichkeit dahinterstecken.

Bei empfindlichem Magen: Getreide ist schwerer verdaulich als Kartoffeln. Manche Hunde vertragen es einfach nicht gut.

Wenn Du BARFST: Viele BARF-Ernährungen sind sowieso getreidefrei. Da passt getreidefreies Futter als Ergänzung gut rein.

Wann ist Getreide KEIN Problem?

Hier wird es wichtig: Getreide ist nicht per se schlecht. Viele Hunde vertragen es problemlos. Manche sogar besser als Kartoffeln oder Hülsenfrüchte.

Wenn Dein Hund mit getreidehaltigem Futter gesund, fit und glücklich ist – dann bleib dabei! Es gibt keinen Grund zu wechseln, nur weil es Trend ist.

Ich kenne Hunde, die getreidefreies Futter NICHT vertragen. Sie bekommen davon Durchfall. Für die ist Getreide die bessere Wahl.

Worauf ich bei getreidefreiem Futter achte

Nicht jedes getreidefreie Futter ist gut. Manche ersetzen Getreide einfach durch billige Füllstoffe. Das ist nicht besser.

Fleisch an erster Stelle: Die erste Zutat sollte Fleisch sein. Nicht Kartoffeln, nicht Erbsen. Fleisch.

Klare Deklaration: "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ist schlecht. "60% Huhn" ist gut. Ich will wissen, was drin ist.

Keine künstlichen Zusätze: Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker – braucht kein Hund.

Hochwertige Kohlenhydrate: Süßkartoffeln sind besser als einfache Kartoffeln. Linsen liefern Protein. Erbsen sind okay, aber nicht als Hauptzutat.

Zeus bekommt ein Futter mit 70% Fleisch, Süßkartoffeln und Erbsen. Das verträgt er hervorragend.

Der Preis: Ist getreidefreies Futter teurer?

Ja. Deutlich. Getreide ist billig, Fleisch ist teuer. Getreidefreies Futter hat mehr Fleisch, also kostet es mehr.

Ich zahle für Zeus etwa 90 Euro im Monat. Vorher waren es 50 Euro. Aber es lohnt sich. Weniger Tierarztkosten, bessere Gesundheit, mehr Lebensqualität.

Häufige Mythen über getreidefreies Futter

"Hunde brauchen kein Getreide!" Stimmt nicht ganz. Hunde KÖNNEN Getreide verdauen. Besser als Wölfe. Durch Jahrtausende mit uns Menschen haben sie sich angepasst.

"Getreidefreies Futter ist immer gesünder." Nein. Nur wenn Dein Hund Getreide nicht verträgt. Sonst ist es nur teurer, nicht unbedingt besser.

"Alle modernen Hunde vertragen kein Getreide." Quatsch. Die meisten Hunde haben kein Problem mit Getreide. Unverträglichkeiten sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Wie ich Zeus umgestellt habe

Ich habe nicht abrupt gewechselt. Das wäre zu viel für seinen Magen gewesen.

Tag 1-3: 75% altes Futter, 25% neues getreidefreies Futter.

Tag 4-6: 50/50.

Tag 7-9: 25% alt, 75% neu.

Ab Tag 10: 100% getreidefreies Futter.

Zeus hat die Umstellung problemlos vertragen. Kein Durchfall, keine Probleme.

Zusatz-Tipp: Wildbrühe als Ergänzung

Egal ob getreidefrei oder nicht – Zeus bekommt täglich unsere Wildbrühe dazu. Die liefert Kollagen für die Gelenke, wichtige Mineralien und macht jedes Futter schmackhafter.

Ich gieße einfach ein paar Esslöffel über sein Trockenfutter. Zeus liebt es. Und ich weiß: Er bekommt etwas richtig Gutes.

Mein Fazit nach zwei Jahren getreidefrei

Für Zeus war die Umstellung richtig. Seine Verdauung ist besser, sein Fell glänzt, er hat mehr Energie.

Aber: Das heißt nicht, dass es für jeden Hund richtig ist. Wenn Dein Hund mit getreidehaltigem Futter gesund und glücklich ist, gibt es keinen Grund zu wechseln.

Probiere es nur, wenn Dein Hund Anzeichen von Unverträglichkeit zeigt. Dann kann es ein Gamechanger sein. So wie bei Zeus.

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