Hundekekse ohne Getreide: 5 einfache Rezepte zum Nachbacken
Hundekekse ohne Getreide backen ist gar nicht so schwer, wie viele denken. Für Hunde mit Getreideallergie, Unverträglichkeiten oder einfach für alle, die ihrem Hund etwas besonders Gesundes gönnen wollen, sind getreidefreie Hundekekse eine echte Alternative. In diesem Artikel zeige ich Dir, warum getreidefreies Backen sinnvoll sein kann, welche Mehlsorten Du verwenden kannst und fünf Rezepte, die Du ohne großen Aufwand nachbacken kannst.
Warum Hundekekse ohne Getreide?
Nicht jeder Hund verträgt Getreide gleich gut. Weizen, Gerste und Roggen enthalten Gluten, das bei manchen Hunden Verdauungsprobleme, Hautreizungen oder anhaltenden Juckreiz auslösen kann. Das ist keine Modediagnose, sondern eine echte immunologische Reaktion, die Tierärzte immer häufiger diagnostizieren.
Getreideallergie vs. Intoleranz
Bei einer echten Getreideallergie reagiert das Immunsystem auf Proteine im Getreide. Das äußert sich oft in Hautproblemen, Ohrentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden. Eine Intoleranz ist milder, führt aber ebenfalls zu Verdauungsproblemen. Wenn Dein Hund nach getreidehaltigen Keksen auffällig wird, ist es sinnvoll, auf getreidefreie Rezepte umzusteigen.
Leichter verdaulich
Auch ohne diagnostizierte Allergie sind Hundekekse ohne Getreide oft leichter verdaulich. Kartoffel- und Reismehl werden von Hunden gut aufgenommen und belasten den Darm weniger als Weizenmehl.
Bessere Zutaten insgesamt
Wer getreidefreie Kekse backt, achtet oft gleichzeitig auf die Qualität aller anderen Zutaten. Das Ergebnis sind Leckerlis, die wirklich aus echten Lebensmitteln bestehen, ohne Konservierungsmittel, Aromastoffe und Füllmaterialien.
Passend dazu empfehlen wir auch unseren Artikel Hundekekse mit Wildbrühe backen für noch mehr Ideen.
Diese Mehl-Alternativen kannst Du verwenden
Kartoffelmehl
Leicht im Geschmack, bindet gut und ergibt stabile Kekse. Gut geeignet für herzhafte Rezepte mit Brühe oder Fleisch. Kalorienarm und gut verträglich.
Reismehl
Sehr mild und gut verträglich, ideal für empfindliche Hunde. Ergibt knusprige Kekse. Reismehl gibt es in gut sortierten Supermärkten oder im Onlinehandel.
Kokosmehl
Sehr ballaststoffreich und saugfähig. Beim Backen mit Kokosmehl braucht man mehr Flüssigkeit als bei anderen Mehlen. Der Eigengeschmack ist mild-süßlich, was für süßere Rezepte gut passt.
Kichererbsenmehl
Reich an Proteinen und Ballaststoffen. Ergibt feste, gut formbare Kekse. Kichererbsenmehl enthält keine allergenen Getreideeiweiße und ist damit eine sichere Wahl für allergiegeplagten Hunde.
5 Rezepte für getreidefreie Hundekekse
Rezept 1: Kartoffelmehl-Wildbrühe-Kekse
Das ist das Basisrezept, das bei fast jedem Hund funktioniert. Kartoffelmehl als Grundlage, ein Ei für Bindung und statt Wasser eine gute Wildbrühe für den Geschmack. Die Brühe macht den Unterschied: Die Kekse riechen intensiv nach Fleisch und werden von Hunden wie Festtagssüßigkeiten behandelt.
Zutaten für ca. 40 kleine Kekse:
- 200 g Kartoffelmehl
- 1 Ei
- 80 ml salzfreie Wildbrühe (z.B. Nürburger Wildbrühe statt Wasser)
- 1 EL Olivenöl
Zubereitung: Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten. Der Teig sollte nicht kleben, aber formbar sein. Falls er zu trocken ist, etwas mehr Brühe zugeben. Teig auf ca. 5 mm ausrollen, Formen ausstechen. Auf einem Backblech mit Backpapier ca. 20 bis 25 Minuten backen bis die Kekse goldbraun und trocken sind. Im Ofen abkühlen lassen für extra Knusprigkeit.
Rezept 2: Süßkartoffel-Kokos-Bites
Weich, aromatisch und auch für Hunde mit empfindlichem Magen gut geeignet. Süßkartoffel enthält viel Beta-Carotin, Kokosmehl bindet den Teig ohne Getreide.
Zutaten für ca. 30 Stücke:
- 200 g Süßkartoffel, gekocht und püriert
- 4 EL Kokosmehl
- 1 Ei
- 1 TL Kokosöl
Zubereitung: Backofen auf 170 Grad vorheizen. Alle Zutaten zu einem Teig vermengen. Kokosmehl ist sehr saugfähig, daher wird der Teig erst etwas klebrig und zieht dann fest. Kleine Kugeln formen, auf Backblech legen, leicht flachdrücken. Ca. 15 bis 18 Minuten backen. Die Bites bleiben weicher als klassische Kekse.
Rezept 3: Thunfisch-Reis-Cracker
Fischrezepte werden von den meisten Hunden geliebt. Thunfisch liefert hochwertige Proteine und Omega-3-Fettsäuren. Reismehl ergibt hier besonders knusprige Cracker.
Zutaten für ca. 50 kleine Cracker:
- 150 g Reismehl
- 1 Dose Thunfisch im eigenen Saft (ca. 150 g, abgetropft)
- 1 Ei
- 2 EL Wasser
Zubereitung: Backofen auf 175 Grad vorheizen. Thunfisch gut abtropfen lassen, mit allen anderen Zutaten verkneten. Teig sehr dünn ausrollen (ca. 3 mm), in kleine Rechtecke oder Rauten schneiden. Ca. 18 bis 22 Minuten backen bis die Cracker knusprig und trocken sind. Vollständig auskühlen lassen.
Rezept 4: Leber-Kürbis-Kekse
Hühnerleber ist kalorienreich, sollte also sparsam eingesetzt werden. Sie macht die Kekse aber unglaublich aromatisch und für Hunde fast unwiderstehlich. Kürbispüree ergänzt mit Ballaststoffen und milder Süße.
Zutaten für ca. 35 Kekse:
- 150 g Kichererbsenmehl
- 100 g Hühnerleber, gekocht und püriert
- 100 g Kürbispüree (Hokkaido oder Butternuss)
- 1 Ei
Zubereitung: Backofen auf 160 Grad vorheizen. Hühnerleber kochen, abkühlen lassen und pürieren. Alle Zutaten zu einem Teig kneten. Ausrollen und Formen ausstechen. Ca. 20 bis 25 Minuten backen. Wegen des hohen Lebergehalts nur als gelegentliche Leckerlis geben, nicht als tägliche Mahlzeit.
Rezept 5: Bananen-Erdnuss-Kugeln (no-bake)
Kein Ofen nötig. Diese Kugeln werden einfach gekühlt und sind in 30 Minuten fertig. Ideal für alle, die schnell etwas brauchen.
WICHTIG: Nur 100 Prozent reine Erdnussbutter ohne Xylitol, ohne Salz und ohne Zucker verwenden. Immer das Etikett prüfen.
Zutaten für ca. 20 Kugeln:
- 1 reife Banane
- 3 EL Erdnussbutter (nur 100% Erdnüsse, kein Xylitol)
- 100 g Haferflocken (alternativ: Reismehl für glutenfreie Variante)
Zubereitung: Banane zerdrücken, mit Erdnussbutter und Haferflocken zu einer festen Masse kneten. Kleine Kugeln formen, auf einem Teller mit Backpapier 20 bis 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Die Kugeln halten sich im Kühlschrank bis zu 5 Tage.
Aufbewahrung, Haltbarkeit und Portionsgrößen
Haltbarkeit
Getreidefreie Kekse ohne Konservierungsmittel halten sich:
- Bei Raumtemperatur in einer Dose: 5 bis 7 Tage, wenn die Kekse vollständig durchgebacken und trocken sind
- Im Kühlschrank: bis zu 2 Wochen
- Im Gefrierfach: bis zu 3 Monate
Am besten in kleinen Chargen backen und bei Bedarf auftauen. Einzeln einfrieren verhindert, dass alles zusammenklebt.
Portionsgrößen
Kekse sind Leckerlis, keine Mahlzeiten. Als Faustregel gilt: Leckerlis sollten maximal 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Für einen mittelgroßen Hund (ca. 20 kg) sind das 2 bis 4 kleine Kekse pro Tag.
Woran Du erkennst, dass ein Keks zu wenig gebacken ist
Noch weiche Kekse aus dem Ofen können sich durch Restfeuchtigkeit schimmeln. Achte darauf, dass die Kekse beim Abkühlen wirklich trocken und fest werden. Wenn Du unsicher bist, einfach 5 Minuten länger bei 140 Grad nachtrocknen.
Häufige Fragen zu getreidefreien Hundekeksen
Sind glutenfreie Hundekekse das Gleiche wie getreidefreie?
Fast, aber nicht ganz. Gluten ist ein Protein, das in Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste vorkommt. Hafer ist getreidehaltig, enthält aber kein Gluten. Für Hunde mit echter Getreideallergie sind Hafer-Rezepte also möglicherweise noch geeignet, für eine vollständig glutenfreie Ernährung ebenfalls. Wenn Du sicher sein willst, nimm Reismehl, Kartoffelmehl oder Kichererbsenmehl.
Kann ich normale Backformen verwenden?
Ja. Ausstecher in Knochen- oder Pfotenmotiven machen die Kekse zwar hübscher, aber ein einfaches Messer und kleine Rechtecke funktionieren genauso. Die Form ist dem Hund egal.
Mein Teig wird zu bröselig. Was tun?
Einfach etwas mehr Flüssigkeit zugeben. Bei herzhaften Rezepten etwas mehr Brühe oder ein zweites Ei. Bei süßeren Rezepten etwas mehr pürierte Banane oder Kürbis.
Kann ich die Rezepte für mehrere Hunde gleichzeitig skalieren?
Ja, einfach alle Mengen entsprechend multiplizieren. Die Backzeiten bleiben gleich, solange die Kekse gleich dick sind.