Appetit anregen beim Hund: 9 natürliche Hausmittel
Dein Hund schaut den Napf an und dreht sich dann einfach weg. Appetitlosigkeit beim Hund ist frustrierend und macht sich Sorgen. Bevor Du aber sofort zum Tierarzt gehst oder teure Ergänzungsmittel kaufst, gibt es eine ganze Reihe bewährter natürlicher Hausmittel, die den Appetit beim Hund anregen können. Dieser Artikel zeigt Dir 9 Methoden, die Hundehalter seit Jahren mit Erfolg einsetzen, und erklärt Dir, wann Hausmittel ausreichen und wann Du professionelle Hilfe brauchst.
Wann ist Appetitlosigkeit beim Hund normal?
Nicht jede Mahlzeit, die Dein Hund auslässt, ist ein Alarmsignal. Es gibt viele Situationen, in denen ein Hund weniger frisst und das völlig normal ist:
- Hitzewellen: Bei hohen Temperaturen reduzieren Hunde ihren Energiebedarf und fressen automatisch weniger.
- Läufigkeit: Rüden in der Nähe einer läufigen Hündin oder die Hündin selbst fressen oft weniger.
- Nach anstrengendem Sport: Direkt nach intensiver Bewegung kann der Hunger kurz nachlassen.
- Stress und Veränderungen: Ein Umzug, neue Familienmitglieder oder veränderte Routinen können den Appetit kurzfristig dämpfen.
- Überfütterung: Wenn Dein Hund tagsüber zu viele Leckerlis bekommen hat, ist er beim Fressen einfach nicht hungrig.
Kurzfristige Appetitlosigkeit über einen Tag ist meist kein Problem. Wenn Dein Hund aber länger als 48 Stunden nichts frisst oder weitere Symptome zeigt, gehst Du zum Tierarzt.
9 natürliche Hausmittel um den Appetit Deines Hundes anzuregen
Hausmittel 1: Futter anwärmen
Der einfachste Trick überhaupt. Kaltes Futter aus dem Kühlschrank riecht kaum, warmes Futter entfaltet alle Aromen. Erwärme das Futter auf etwa 37 Grad Celsius, also Körpertemperatur. Dafür reicht es, das Futter kurz in die Mikrowelle zu stellen oder heißes Wasser drüber zu gießen und gut zu vermischen. Dieser Trick klappt bei Trockenfutter genauso wie bei Nassfutter und wirkt bei vielen Hunden sofort.
Hausmittel 2: Naturjoghurt als Topping
Ein Esslöffel natürlicher, ungesüßter Joghurt über das Futter kann Wunder wirken. Der leicht säuerliche Geruch macht das Futter interessanter, die Milchsäurebakterien sind gut für die Darmflora, und viele Hunde lieben den Geschmack. Achte darauf, dass der Joghurt keine Süßungsmittel enthält, vor allem kein Xylitol, das ist für Hunde giftig. Auch laktoseintolerante Hunde vertragen kleiene Mengen Joghurt meist besser als Milch, weil der Fermentationsprozess den Laktosegehalt reduziert.
Hausmittel 3: Fleischbrühe oder Wildbrühe
Brühe ist eines der effektivsten natürlichen Mittel, um den Appetit anzuregen. Der Geruch ist intensiv, der Geschmack verführerisch, und die enthaltenen Aminosäuren und Nährstoffe sind nebenbei noch gut für den Organismus. Gieße die Brühe lauwarm über das normale Futter oder biete sie als eigenständige Flüssigmahlzeit an.
Wichtig: Nur salzfreie Brühe ohne Zwiebeln und Knoblauch verwenden. Eine hochwertige Wildbrühe wie die Nürburger Wildbrühe aus der Eifel bringt zusätzlich natürliche Nährstoffe mit und eignet sich besonders gut, weil der Wildgeruch viele Hunde regelrecht magisch anzieht.
Hausmittel 4: Bierhefe
Bierhefe ist ein klassisches Hausmittel für Hunde. Sie enthält B-Vitamine, die den Stoffwechsel ankurbeln, und hat einen Geruch sowie Geschmack, den viele Hunde ausgesprochen mögen. Streue eine kleine Menge (je nach Hundegröße ca. halber bis ganzer Teelöffel) über das Futter. Bierhefe gibt es als Flocken oder Pulver im Zoofachhandel oder im Bioladen.
Hausmittel 5: Bewegung vor der Fütterung
Körperliche Aktivität kurbelt den Hunger an, beim Hund genauso wie beim Menschen. Ein ausgiebiger Spaziergang oder eine Spielsession kurz vor der Mahlzeit kann dazu beitragen, dass der Hund mit mehr Appetit zum Napf kommt. Achte aber darauf, nicht direkt nach intensivem Sport zu füttern, eine kurze Pause von 15 bis 30 Minuten ist sinnvoll.
Hausmittel 6: Handgemachtes Futter als Appetitmacher
Manchmal hilft es, dem Hund etwas frisch Gekochtes anzubieten. Mageres Huhn, Kartoffeln und Möhren als simple Schonkost sind bei den meisten Hunden sehr beliebt. Das ist kein Dauerzustand, aber als kurzfristiger Appetitmacher gut geeignet. Dann, wenn der Hunger wieder da ist, langsam zurück auf das normale Futter.
Hausmittel 7: Den Napfstandort verändern
Das klingt banal, hilft aber überraschend oft. Manche Hunde mögen nicht an bestimmten Stellen fressen, zum Beispiel wenn der Napf in der Nähe von Lärm, anderen Tieren oder unruhigen Bereichen steht. Probiere einen ruhigen, abgeschirmten Platz. Einige Hunde fressen auch lieber etwas erhöht oder auf einer Unterlage.
Hausmittel 8: Feste Fütterungsroutine einführen
Unregelmäßige Fütterungszeiten verwirren den Körper. Wenn der Hund nie weiß, wann die nächste Mahlzeit kommt, kann das den natürlichen Hunger-Rhythmus stören. Füttere immer zur gleichen Zeit und nimm den Napf nach 15 Minuten weg. Nach ein paar Tagen lernt der Hund, dass er jetzt fressen muss und tut es dann meist auch bereitwillig.
Hausmittel 9: Nassfutter als Ergänzung oder Umstieg
Wenn Dein Hund auf Trockenfutter sitzt und nicht mehr frisst, kann ein Mix aus Trocken- und Nassfutter den entscheidenden Unterschied machen. Nassfutter riecht intensiver, hat eine weichere Konsistenz und ist für viele Hunde einfach attraktiver. Du musst nicht komplett umstellen, manchmal reicht schon ein Löffel Nassfutter als Topping.
Natürliche Zutaten, die Du vermeiden solltest
Nicht alles, was natürlich klingt, ist für Hunde sicher. Diese Zutaten gehören nie ins Hundefutter:
- Zwiebeln und Knoblauch: Auch in gekochter Form giftig für Hunde
- Xylitol (Birkenzucker): In vielen Joghurts, Süßigkeiten und Backwaren. Hoch giftig.
- Trauben und Rosinen: Können Nierenversagen auslösen
- Macadamia-Nüsse: Giftig für Hunde
- Schokolade: Enthält Theobromin, das für Hunde sehr gefährlich ist
- Salz: In großen Mengen schädlich, daher immer salzfreie Brühe verwenden
Wann reichen Hausmittel nicht mehr aus?
Hausmittel sind erste Hilfe, keine Medizin. Folgende Zeichen bedeuten: Tierarzt aufsuchen, jetzt.
- Dein Hund frisst seit mehr als 48 Stunden nichts oder kaum etwas
- Er zeigt zusätzlich Erbrechen, Durchfall, Lethargie oder Zittern
- Er verliert sichtbar Gewicht
- Sein Bauch ist aufgebläht oder er wirkt aufgedunsen
- Er trinkt gar nichts mehr
- Er ist ein Welpe, Senior oder hat bekannte Vorerkrankungen
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Hühnerbrühe vom Menschen für meinen Hund verwenden?
Nur wenn sie wirklich salzfrei und ohne Zwiebeln und Knoblauch hergestellt wurde. Die meisten handelsüblichen Brühen für Menschen sind salzig und daher nicht geeignet. Besser ist spezielle Hundebrühe oder selbst gekochte Brühe aus purem Fleisch und Wasser.
Wie lange sollte ich die Hausmittel ausprobieren?
Zwei Tage. Wenn der Hund innerhalb von 48 Stunden nicht wieder anfängt zu fressen, gehst Du zum Tierarzt. Hausmittel sind für kurzfristige Appetitlosigkeit gedacht, nicht als Langzeitlösung bei anhaltenden Problemen.
Mein Hund frisst bei mir nicht, aber bei anderen Personen. Warum?
Das deutet auf ein Verhaltensproblem hin. Möglicherweise hat der Hund gelernt, dass Verweigerung zu besseren Angeboten führt, oder er verbindet bestimmte Personen mit angenehmen Fütterungserlebnissen. Hier kann ein Hundetrainer weiterhelfen.
Hilft Fasten beim Hund wirklich?
Kurze Fastenperioden (maximal 24 Stunden bei gesunden erwachsenen Hunden) können den Appetit stimulieren. Aber das ist nicht dasselbe wie den Hund einfach hungern zu lassen. Fasten sollte bewusst eingesetzt und nicht länger als einen Tag durchgeführt werden.
Fazit: Einfaches zuerst, dann professionelle Hilfe
Bevor Du Dir zu viele Sorgen machst: Probiere die 9 natürlichen Hausmittel aus. Oft löst sich das Problem mit angewärmtem Futter, einem Schuss Brühe oder einer veränderten Fütterungsroutine ganz von alleine. Bleibe dabei konsequent, gib nicht nach jedem ausgelassenen Fressen in und biete keine Leckerlis als Ersatz an. Und wenn nach 48 Stunden keine Besserung eingetreten ist oder weitere Symptome hinzukommen, zögerst Du nicht und gehst zum Tierarzt.
Mehr Hintergrundwissen findest Du in unserem Artikel Hund frisst nicht: Was Du wirklich tun kannst.